Web 2.0 , Socialnetworking und der (Un)Sinn von Social-Bookmarks

Im Zuge des ganzen Web 2.0 Hypes tauchen natürlich laufend immer mehr Ideen, Konzepte und Webseiten auf, die unter der Web2.0 Fahne segeln. Doch wenn Webseiten, die ein Gästebuch mit Ajax-Fehlerabfrage und  kilometergroßen bunten 2.0 Send-Button haben, sich bereits als Web 2.o bezeichnen, muss man doch etwas vorsichtiger sein und sollte jedes der schönen Schlagworte, die da auftauchen, etwas genauer betrachten.

Social Bookmarks

Im Prinzip sind das online verfügbare Favoriten und Bookmarks, die man mit Stichwörtern und kurzer Beschreibung versehen kann. Soweit so gut. Auf der großen deutschsprachigen Socialbookmark-Seite (Mister-Wong)  stand einmal (kann die Seite imo nicht mehr finden oder sie wurde geändert)  sinngemäß: “Während bei anderen Suchmaschinen der Algorithmus  bestimmt, welche Seiten in den SERPs weiter vorne liegen, bestimmen bei Social-Bookmark Seiten die User, welche Seiten beliebt sind und welche nicht.” Sehr löblich, Mutter Theresa würde sich freuen, nur ob ich jetzt das Linknetzwerk oder die Anzahl von Favoriten als Bewertung heranziehe… wo ist da der große Unterschied?

Ich behaupte also mal, dass diese Bookmarkdienste sehr häufig von SEO-Menschen genutzt werden und, auch auf Grund ihrer einfacher Bedienung, in Zukunft genauso im großen Stil zugespamt werden, wie Google, Yahoo & Co… Somit schließt sich er Kreis.

Abgesehen davon, sehe ich den großen Sinn von online verfügbaren Bookmarks nicht wirklich… Der einzige Ort, wo ich ohne Laptop wäre, ist ein Urlaub in Ãœbersee. Wenn da ich in einem Internetcafe bin, ist der Bedarf nach online verfügbaren Favoriten und Bookmarks auch sehr gering, da bin ich froh wenn Outlook Webaccess geht, mehr brauch ich da auch nicht. 

Nicht falsch verstehen: Seiten, wie Mister-Wong sind tolle Seiten, gut gemacht, aber den großen Social-Hype kann ich nicht nachvollziehen….

Mein Fazit

Grundsätzlich bin ich für alles, was dezentralisierend wirkt. Ãœber die unglaubliche Macht, die Google hat, muss wohl nicht länger diskutiert werden und die kritischen Stimmen häufen sich ja im Web. Im Prinzip weiß Google von jedem von uns, was er/sie gerade so macht. z.B. weiß Google, dass ich mich gerade für Social Bookmarks und Web2.0 interessiere und am Abend gerne Steak essen gehen würde und vielleicht im Sommer Urlaub in Tirol machen will…

Suchmaschinenalgorythmen, Bewertungen und Suchanfragen von Webseiten, die also nicht zentral berechnet und gespeichert werden, sind natürlich grundsätzlich zu begrüßen. Ob Social Bookmarks die Lösung dazu sind, ist wohl mehr als fraglich. Ebenso fraglich ist, ob SocialBookmarks irgendwer nutzen würde, wenn da nicht good, old Pagerank und seine Berechnung wäre…

Ãœbrigens: Seit ich meine coolen Bookmarks beim Herrn Wong socialize(t) habe, begann ca. 2 Stunden später der Spam mit den Kommentaren hier im Blog. Sicher nur ein unglücklicher Zufall ;-) Jetzt kann ich mich wenigstens mit den Anti-Spam Plugins für WordPress beschäftigen – auch sehr schön , auch sehr heiß. Leben ist lernen heißt es ja.

Ich bin ja gespannt, ob es bei den nächsten Updates von Internet Explorer und Firefox einen SocialBookmark-Export geben wird. Beim IE kann man dann wahrscheinlich alle seine Bookmarks auf der noch zu gründeten Plattvorm “Vista-Bookmarks live” speichern. Nach 6 monatiger öffentlicher Betaphase (=Verkaufsstart) verklagt dann irgendwer Microsoft, worauf alle Bookmarks zu del.icio.us (mittlerweile von Google aufgekauft) transferiert werden müssen ;-)

Letzter Satz: Wie funkioniert eigentlich die interne Seitensuche von Mister-Wong? 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>